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QUALQUER LUGAR É O LUGAR - SÃO PAULO - CANUDOS - BERLIM
Teatro Oficina in Berlin - Teilnehmerliste 26.08.2005
No. Künstlername Vorname Nachname Funktion Abreise Rückreise Obs.
partiram em 31.08.05
1 Matthias Pees Matthias Pees Intern. Produzent
2 Osvaldo Gabrieli Osvaldo Miguel Gabrieli Bühnenbildner
3 Elisete Jeremias Elisete Jeremias Pereira Technische Leiterin / diretora da cena
4 Camila Mota Camila Mota Almeida Regieassist., Schauspielerin, Workshop
5 Cida Melo Maria Aparecida Magalhães de Melo Ankleiderin
6 Tommy Pietra Tommy Pietra Dramaturg, Mitarbeit Video
7 Stan Pereira Estanislau Pereira Azevedo Bühnentechniker/Requisiteur
8 Luis Paëtov Luis Paëtov Assistent Techn. Leiterin
9 Marcelo Drummond Marcelo Maximo de Almeida Pizzaro Drummond Stellv.künstl. Leiter, Schauspieler, Licht
10 Ricardinho Morañez Ricardo da Silva Bastos Licht
11 Zé Celso José Celso Martinez Correa Künstl. Leiter, Regisseur, Schauspieler
12 Zé de Paiva José de Paiva Filho Schauspieler, Workshopleiter
13 Marcelo Pellegrini Marcelo Pellegrini Musikalischer Leiter
14 Henrique Martins Henrique Martins Dias Bühnentechniker/Requisiteur
15 Olintho Malaquias Olintho Malaquias Pereira Kostümbildner, Ankleider
partiram em 04.09.05
16 Renée Gumiel Annie Amelie Gumiel Schauspielerin
17 Edna dos Santos Edna Ferreira dos Santos Schauspielerin
18 Jacqueline Braga Jacqueline Carvalho Braga Schauspielerin
19 Ariclenes Barroso Ariclenes Barroso Rodrigues Nunes Schauspieler
20 Edílson dos Santos Edílson Eduardo dos Santos Schauspieler
21 Edísio dos Santos Edísio Eduardo dos Santos Schauspieler
22 Uga Elenildo Silva de Moura Schauspieler
23 Adão Filho Adão Pereira Souza Filho Schauspieler
24 Adriana Capparelli Adriana Capparelli Camargo Schauspielerin
25 Adriano Salhab Adriano Simões Salhab Musiker
26 Allan Milani Allan Christian Milani Beleuchter (Lichtpult)
27 André Lagartixa André Luís Santana Musiker
28 Aná Rubia Ana Rúbia de Oliveira Melo Produzentin
29 Ana Guilhermina Anna Gui Knopfholz Durães Schauspielerin
30 Aury Porto Aury de Araújo Correa Schauspieler, Verwaltungsdirektor
31 Daniel Camillo Daniel Camillo Schauspieler
32 Danilo Tomic Danilo Tomic Schauspieler
33 Dipa Rodolfo Dias Paes Ton
34 Felix Oliveira Luis Carlos de Oliveira Ferreira Felix Schauspieler
35 Fioravante Almeida Fioravante Almeida Schauspieler
36 Fransérgio Araújo Fransérgio Gonçalves de Araújo Schauspieler
37 Mariana de Moraes Mariana de Moraes Schauspielerin
38 Fredy Allan Fredy Allan Galembeck Schauspieler
39 Gabriel Fernandes Gabriel Fernandes Kameramann
40 Guilherme Calvazara Guilherme Calvazara Musiker
41 Haraldo Ferrari Haroldo Costa Ferrari Schauspieler
42 Ito Alves Uilsom Alves da Silva Musiker
43 Xandy Alexandre Soares do Nascimento Schauspieler
44 Karina Buhr Karina Buhr Schauspielerin
45 Letícia Coura Letícia Barbosa Coura Schauspielerin
46 Lucas Braguiroli Lucas Braguiroli Schauspieler
47 Luciana Domschke Luciana Inês Domschke Tomic Schauspielerin
48 Francisco Rodrigues Francisco Rodrigues da Silva Filho Schauspieler
49 Mariano Mattos Mariano Mattos Schauspieler, Bühnenbildassistent
50 Marilia Halla Marilia Bignardi Halla VJ
51 Otávio Ortega Otávio Augusto Ortega Rodrigues Musiker
52 Patricia Aguille Patrícia Maria Branchini Martim Schauspielerin
53 Pedro Epifânio Pedro Epifânio Schauspieler
54 Ricardo Bittencourt Ricardo Veloso Bittencourt Schauspieler
55 Sálvio de Prado Sálvio do Prado Schauspieler
56 Samuel Costa Samuel Costa Santos Schauspieler
57 Sylvia Prado Sylvia Prado Lopes Schauspielerin
58 Vera Berreto Valdez Vera Maria Tereza Barreto Valdez Schauspielerin
59 Wilson Feitosa Junior Wilson Alves Feitosa Junior Schauspieler
60 Gal Quaresma Maria das Graças dos Santos Schauspielerin
61 Oswaldinho Santana Oswaldo Santana Mitarbeit Video, Kameramann
62 Marcelo Costa Marcelo Costa Camparini Kameramann
63 Irene Selka Irene Selka Beleuchterin wohnt in Berlin
PARA EXU E PARA OS SANTOS - ABERTURA DE UM TRABALHO INTERNACIONAL PÚBLICO DE TEAT(R)O NO AMASIAMENTO DE DOIS TEATROS
são paulo - amsterdam - berlim
   
Vor gut 450 Jahren feierte an der Nordostküste Brasiliens das kleine Volk der Caeté ein großes Fest zu Ehren des Bispo Sardinha, des ersten Bischofs der portugiesischen Kolonie. Auf dem Höhepunkt wurden Hochwürden von den Indianern verspeist. Was diesen unsterblich machte und jene der Ausrottung preisgab, diente dem brasilianischen Schriftsteller Oswald de Andrade 1928 als Anregung für ein „Anthropophagisches Manifest“, das rituelle Menschenfresserei zur antikolonialen Kulturtechnik erhob und die indigene Inkorporation beim Bischofsbankett von 1556 an den Beginn brasilianischer Zeitrechnung stellte. Vielleicht moderner als alle europäische Moderne, erkannte Oswalds „Modernismo“ im Kannibalismus das „einzige Gesetz der Welt“, den „maskierten Ausdruck aller Individualismen, aller Kollektivismen, aller Religionen, aller Friedensverträge.“ Es ging um ein post-, besser: trans-koloniales Selbstverständnis, das Unterdrückung, Missionierung und Hegemonien nicht bekämpft, sondern durch Aufessen transzendiert: als „Einverleibung des heiligen Feindes. Um ihn in ein Totem zu verwandeln.“ „Kannibalische Vernunft“ verortete der Schriftsteller Haroldo de Campos in diesem „geschärften Sinn für die Notwendigkeit, das Nationale im dialogischen und dialektischen Verhältnis zum Universellen zu denken“, als „karnevalisierte Trans-Enzyklopädie der neuen Barbaren, in der alles mit allem koexistieren kann.“ Spätestens seit 1968, als die von Oswald ausgerufene „karibische Revolution“ Gestalt annahm in der Tropicália- Bewegung um Caetano Veloso, Gilberto Gil, Hélio Oiticica und Glauber Rocha, arbeitet auch das Teatro Oficina Uzyna Uzona in São Paulo am anthropophagen Theater. Dem Gründer und Regisseur Zé Celso bescherte die Militärdiktatur dafür zwar Folter und Exil. Doch in den Achtzigern kehrte das Teatro Oficina zurück, nun auch in passende räumliche Strukturen: keine Bühne mehr, sondern eine 40 Meter lange und 4 Meter breite „Pista“ ist die Spielfläche in einer Werkhalle, seitlich gerahmt von Baugerüsten, in deren dreieinhalb Geschossen das Publikum sitzt und steht und hängt, fast wie im „Sambódromo“ des Karnevals in Rio. So frisst das Theater zuerst seine Zuschauer. Und ist man schon mal eins, geht’s ans Hauptgericht: ans Aufessen der Kunst. Kultur, Geschichte, Tradition: guten Appetit.Seit 2002 arbeiten Zé Celso und seine hundertköpfige Gruppe am Mammut-Projekt „Krieg im Sertão“, das anthropophages Selbstbewusstsein mit der sozialen Realität Brasiliens konfrontiert, seiner jahrhundertealten Geschichte kolonialer Ungerechtigkeit und seinen heute die Globalisierung prägenden Verteilungsstrukturen. „Os Sertões“ betitelte der Ingenieur und Journalist Euclides da Cunha einen 700-seitigen Essay, der schon kurz nach dem Erscheinen 1902 zum Modellbuch des Zusammenpralls lokaler Kulturen mit der Weltzivilisation geworden ist, zu Gründungsmythos und Bibel des modernen Brasiliens: A Birth of a Nation. Beschrieben und analysiert werden Ursachen und Ablauf eines Bürgerkriegs im Sertão, dem trockenen Hinterland des nordöstlichen Bundesstaates Bahia, wo sich 1894, unmittelbar nach Ausrufung der Republik, verarmte Kuhhirten gegen neue Steuergesetze wandten und unter Anführung des charismatischen Predigers und „Ratgebers“ Antonio Conselheiro eine illegale Siedlung namens Canudos gründeten, die in nur drei Jahren zur zweitgrößten Stadt des Staates anwuchs. Um den uneinsichtigen Unterentwickelten „den Glanz der Zivilisation im Mündungsfeuer der Gewehrsalven vorzuführen“, schickte die Republik zur Niederschlagung des angeblichen Aufstands vier Armee-Expeditionen, wovon die ersten drei kläglich scheiterten und erst die vierte, hochgerüstet mit Krupp-Kanonen und Schnellfeuerwaffen, ein finales Massaker anrichtete, bei dem kein Stein auf dem anderen und kaum ein Bewohner am Leben blieb. Anschließend waren es ausgerechnet die siegreichen Soldaten, die die in Canudos begründete Tradition illegaler Ansiedlungen in die Welt trugen: als kein Sold bezahlt wurde, ließen sie sich auf einem Hügel in Rio de Janeiro nieder und tauften ihn nach einer kriegswichtigen Anhöhe vor Canudos – Morro da Favela. Euclides’ Buch wurde nicht nur zum „Glücksfall der Literatur Amerikas“ (Mario Vargas Llosa), weil es die Ausrottung der Armen in Canudos öffentlich machte, sondern weil es der Kriegserzählung die Geschichte der Besiedlung und Zivilisierung Brasiliens voranstellt, worin der Autor den ethnischen, klimatischen und ökonomischen Hintergründen dieses ebenso urbrasilianischen wie weltumspannenden Konfliktes nachgeht. In drei Abschnitten – „Das Land“, „Der Mensch“ und „Der Kampf“ – erzählt er vom dürren Sertão; von Indios, Afrikanern, Europäern und Mischlingen, die vor lauter Vermischung schon wieder reinrassig sind, als einzig „echte“ Brasilianer; von Aufstieg und Fall dieses modernen Massada der Landlosen; schließlich von Kinderarmeen, Propagandakrieg und Vernichtungsfeldzügen, die die (selbst-)zerstörerische junge Republik mobilisiert. Auf fünf (auch einzeln ansehbare) Teile ist die Dramatisierung und „Karnevalisierung“ von „Krieg im Sertão“ angelegt, vier davon sind fertig, jeder 3 bis 6 Stunden lang, doch so fern jeder abendländischen Theaterkonvention, dass die Zeit wie aufgehoben scheint – und die Zuschauer zwischen zivilisiertem Argwohn und schamloser Animation immer in Bewegung bleiben. Berthold Zilly, Übersetzer der bei Suhrkamp erschienenen Buchvorlage wie auch der Stücktexte für die deutsche Übertitelung der Aufführungen in Berlin, hat die Inszenierung beschrieben als „tropikalisches Musical und gigantisches, erotisches Ballett, das so etwas wie die Genesis Brasiliens und damit der Menschheit erzählt“. Die „Piste“ des Teatro Oficina verläuft in der Volksbühne quer durch Zuschauer- und Bühnenraum, statt fester Plätze gibt es „Wanderungen. Die Flucht vor langweiligen Zuständen. Gegen städtische Sklerosen, Konservatorien und spekulative Langeweile.“ (Oswald de Andrade).
PASSEIO PELO SUBTERRÂNEO - UNTERBUHNE - EMBAIXO DO PALCO DO POVO
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Grupo Oficina "luta" em Berlim
Valmir Santos
Folha de São Paulo

Os 63 integrantes do grupo Oficina Uzyna Uzona atravessam dias de luta em Berlim. "Tá uma loucura", resume o ator Marcelo Drummond, 42. Só podem ensaiar até a meia-noite, para desespero de José Celso Martinez Corrêa, 68. Por conta, entre outras coisas, do expediente dos técnicos. Para tudo, é necessário o aval dos bombeiros à espreita.
Segundo Drummond, as peças sofreram adaptações por causa de tempo e espaço. A platéia do Volksbühne am Rosa Luxemburg Platz foi totalmente coberta para dar lugar a uma pista de terra com arquibancadas laterais para cerca de 400 pessoas, nos moldes do Oficina, no Bexiga paulistano.
"Temos uma fonte com cascata, um monte Santo no balcão, canhões descendo do rudimento, enfim, um milagre de instalações", afirma o produtor alemão Mattias Pees. "Os técnicos já estão participando dos ensaios e beijam as atrizes e atores; o bombeiro dança; o teatro todo enlouquece."
Serão duas semanas de apresentações, de hoje ao dia 24. Além das quatro partes de "Os Sertões", de Euclydes da Cunha ("A Terra", "O Homem 1 - Do Pré-Homem à Re-Volta", "O Homem 2 - Da Re-volta ao Trans-Homem" e "A Luta 1"), haverá ensaio aberto de "A Luta 2", última estação da transposição ao teatro da obra, com participação de Martin Wuttke.
Em paralelo a essa que é considerada a abertura oficial da temporada de outono do Volksbühne, acontecerá o show "Música Mestiça", com o diretor, o músico Marcelo Pellegrini e as cantoras-atrizes Adriana Capparelli, Letícia Coura, Karina Buhr e Mariana de Moraes. Também estão programados um debate, uma mostra de filmes brasileiros com obras de Glauber Rocha a Walter Salles e uma exposição fotográfica sobre Canudos.

16/09/2005 - 08h48
Teatro Oficina recebe críticas alemãs por suposta pornografia
Berlim, 16 set (EFE).-

O grupo brasileiro "Teatro oficina", que representa "Guerra no sertão" no Volksbuhne da capital alemã, foi criticado por alguns elementos da obra, considerados pornográficos por parte da imprensa alemã.
Os jornais sensacionalistas Bild e BZ publicaram artigos de páginas inteiras para protestar contra a presença do grupo brasileiro em Berlim e pelo fato de a obra ser subsidiada com, de acordo com o primeiro dos dois, "dinheiro de nossos impostos". Curiosamente, o Bild tem todos os dias uma modelo nua na primeira página com uma legenda sempre insinuante.
Tanto o Bild como o BZ criticam especialmente o fato de na obra, que estreou nesta semana, participarem também quarenta estudantes berlinenses, com média de idade de 14 anos. O diretor do grupo brasileiro, Zé Celso, definiu a orgia como o
fundamento de seu teatro.
"A orgia é o fundamento do meu teatro e o desejo da orgia vive em cada cultura e em cada pessoa. O teatro pode contribuir para libertar esse desejo", diz Zé Celso em entrevista ao jornal Neues Deutschland. Através da representação da orgia, Zé Celso, procura mostrar a mistura de povos que deram origem à nação brasileira mas considera que o tema ultrapassa o nacional e tem universalidade por isso não duvida que é entendido na Alemanha.
"Trata-se do ímpeto de liberdade das sociedades isoladas. Mas eu vejo isso só do ponto de vista político, econômico ou militar. Trata-se da libertação das origens humanas que isolamos em nós", diz Zé Celso.
Em uma das apresentações, um espectador de quase 60 anos se deixou levar por esse ímpeto e se despiu para subir ao palco e dançar com os atores brasileiros, o que é comentado hoje com escândalo pelo Bild e com interesse pelo crítico de teatro do "Berliner Zeitung" No entanto, o Bild qualifica a obra de "pornoteatro" e se pergunta o que os problemas do Brasil tem a ver com orgias sexuais.
O jornal Berliner Zeitung faz graça da polêmica levantada pelas duas publicações sensacionalistas e manifesta sua surpresa de que tenha sido despertado o interesse pela cultura em diários em cujos anúncios classificados é possível ver ofertas de "polonesas baratas e complacentes" ou "erotismo tailandês e francês, anal puro".
Para Mathias Pees, o produtor da obra, as críticas do Bild e do BZ devem-se a um mal entendido já que a obra não tem nada a ver com pornografia, mas com a história do Brasil.
Além disso, o Volksbuhne garante que os custos da montagem não são cobertos com dinheiro dos contribuintes berlinenses, como afirmou o Bild, mas com contribuições de instituições brasileiras.
A peça de Zé Celso tem 24 horas de duração e o Volksbuhne a representa por partes em cinco noites.